PSYCHOTHERAPIE - LEHRBUCH

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“Der Kummer, der nicht spricht,
 nagt am Herzen, bis es bricht.“

  
William Shakespeare

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Teil A: Psychische Störungen
Teil B: Therapieverfahren
  Verhaltenstherapie
  Psychodynamische Therapie
  Interpersonelle Therapie
  Entspannungsverfahren
        Übersicht
        Progressive Muskel-
         entspannung (PME)

            - Übersicht
            - Vorbereitung
            - Ablauf
            - Indikationen
            - Kontraindikationen
            - Nebenwirkungen
        Autogenes Training
            - Übersicht
            - Vorbereitung
            - Unterstufe
            - Oberstufe
        Fachbücher
        Literatur
Teil C: Psychopharmaka
Teil D: Testpsychologie
Teil E: Weitere Themen
Stichwortverzeichnis (A-Z)

 

Entspannungsverfahren

Übersicht

Im Rahmen eines psychotherapeutischen Gesamtkonzeptes werden häufig auch Entspannungsverfahren eingesetzt, um den Erkrankten eine besser Nutzung ihrer persönlichen Ressourcen, eine verbesserte Entspannungsfähigkeit und einen veränderten Umgang mit Stressbelastungen zu ermöglichen.

Zu den bekanntesten Entspannungsverfahren gehören die Progressive Muskelentspannung (PME) nach Edmund Jacobson und das Autogene Training nach Johannes Heinrich Schulz.
 

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Progressive Muskelentspannung (PME)

PME: Übersicht

Die Progressive Muskelentspannung (PME), auch Progressive Muskelrelaxation (PMR), Progressive Relaxation (PR) oder Tiefenmuskelentspannung genannt, wurde von dem amerikanischen Physiologen Edmund Jacobson als Entspannungsverfahren entwickelt.

Die Progressive Muskelentspannung beruht darauf, dass durch eine bewusste, willentliche Anspannung und Entspannung von bestimmten Muskelgruppen eine tiefe Entspannung des gesamten Körpers erreicht werden soll.
 

PME: Vorbereitung

Um die Progressive Muskelentspannung möglichst effektiv erlernen zu können, sind zunächst verschiedene Umgebungsbedingungen wichtig.

Die PME sollte in einer möglichst ruhigen, angenehmen Umgebung erlernt werden, die Räumlichkeiten sollten so gut wie möglich gegenüber äußeren Reizen abgeschirmt sein.

Die Übenden sollten möglichst bequeme Kleidung tragen, ausreichend bequeme Sitz- und Liegemöglichkeiten sollten vorhanden sein.

Die Übenden sollten vor Beginn der Progressiven Muskelrelaxation von den Übungsleitern darauf hingewiesen werden, dass hohe Leistungsansprüche wie z.B. „Ich muss mich möglichst schnell entspannen!“ oder „Ich muss das PME muss besonders schnell lernen!“ im Allgemeinen genau das Gegenteil erzielen und die Anspannung der Übenden weiter erhöhen.
 

PME: Übungsablauf

Unter der Anleitung durch einen Leiter erfolgt die Einübung der PME-Übungen. Dabei werden in einem bestimmten Ablauf 16 festgelegte Muskelgruppen im Wechsel bewusst angespannt und wieder entspannt.

Die Progressive Muskelentspannung wird normalerweise mit geschlossenen Augen eingeübt und durchgeführt. Bei bestimmten Krankheitsbildern, wie z.B. Traumatisierungen in der Vorgeschichte, ist zunächst das Üben mit offenen Augen sinnvoll.
 

PME: Indikationen

Die Progressive Muskelentspannung soll bei chronischen Schmerzerkrankungen wie z.B. chronischen Kopfschmerzen, bei arterieller Hypertonie (Bluthochdruck) oder Schlafstörungen einen positiven Effekt erzielen könnnen.
 

PME: Kontraindikationen

Als Kontraindikationen für die Progressive Muskelentspannung gehören akute psychotische und hypochondrische Störungen. Falls eine Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, PTSD) besteht, muss die Indikation kritisch geprüft werden, damit nicht durch das PME z.B. Intrusionen hervorgerufen werden.

PME: Nebenwirkungen

Bei richtiger Durchführung ist die Progressive Muskelentspannung weitestgehend nebenwirkungsfrei. Bei  entsprechenden Vorerkrankungen kann es jedoch zum Auftreten von entspannungsinduzierten Angstzuständen, Intrusionen oder Flashbacks sowie zu Depersonalisations- oder Derealisationsphänomen kommen. Bei bestimmten Atemwegserkrankungen kann es während des Übens gegebenenfalls zu einer Verstärkung der Ateminsuffizienz kommen.
 

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Autogenes Training

Autogenes Training: Übersicht

Das Autogene Training, auch Konzentrative Selbstentspannung genannt, wurde von dem deutschen Psychiater Johannes Heinrich Schultz entwickelt und 1927 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. 1932 wurde sein Buch „Das autogene Training (Konzentrative Selbstentspannung). Versuch einer klinisch-praktischen Darstellung“ publiziert (vgl. Schultz 1932).
 

Autogenes Training: Vorbereitung

Der Übende soll eine möglichst bequeme Position einnehmen, die es ihm ermöglichen soll, alle Muskelgruppen zu entspannen.

Wenn der Übende das Autogene Training im Sitzen einübt. wird dabei zumeist die so genannte Droschkenkutscherhaltung empfohlen, d.h. mit leicht nach vorne gebeugtem Kopf sitzen und die Hände entspannt auf den Oberschenkeln ablegen.
 

Autogenes Training: Unterstufe

Im Autogenen Training wird in eine Unterstufe und eine Oberstufe unteschieden.

Die Übungen der Unterstufe dienen vorrangig dazu, eine verbesserte Entspannung zu erreichen.

Die Unterstufe umfasst üblicherweise 7 (bzw. 6) Übungen (Ruhe-Übung, Schwere- bzw. Muskelübung, Wärme-Übung, Atem-Übung, Herz-Übung, Bauch- bzw. Sonnengeflechts-Übung, Kopf- bzw. Stirn-Übung).

Die Ruhe-Übung wird in der klassischen Sicht des Autogenen Trainigs weniger als Übung sonder vielmehr als Zielvorstellung verstanden, so dass nach Johannes Heinrich Schultz die Schwere-Übung als erste Übungsaufgabe gilt.

  • Ruhe-Übung: Die Ruhe-Übung soll den Übenden in einen allgemeinen Ruhezustand bringen und seine Konzentration fördern.
    Die Instruktionen sind z.B. „Ich bin ganz ruhig. Die Gedanken kommen und gehen. Nichts kann mich stören.“
     
  • Schwere-Übung: In der Schwere- bzw. Muskel-Übung soll es zu einem Schweregefühl der Gliedmaßen kommen.
    Die übliche Instruktion ist z.B. „Arme und Beine sind schwer.“
     
  • Wärme-Übung: Mit der Wärme-Übung sollen ein Wärmegefühl und eine verbesserten Durchblutung der Extremitäten erreicht werden.
    Eine mögliche Instruktion ist: „Arme und Bein warm.“
    Eventuell werden im späteren Verlauf des Trainings auch die Schwere- und die Wärme-Übung zusammengefasst. Instruktion: “Arme und Beine schwer und warm.”
     
  • Atem-Übung: In der Atem-Übung soll die Atmung vertieft und die Ein- und Ausatmung verbessert werden. Instruktion: „Die Atmung ist ruhig und gleichmäßig. Es atmet mich.“
     
  • Herz-Übung: Die Herz-Übung soll eine weitere Vertiefung der Entspannung ermöglichen, sie kann jedoch bei entsprechend prädisponierten Personen auch Unruhegefühle und Herzängste auslösen.
    Instruktion: „Das Herz schlägt ruhig und gelassen.“
     
  • Sonnengeflechts-Übung: Das Ziel der Bauch- bzw. Sonnengeflechts-Übung ist es, die Konzentration auf das „Sonnengeflecht (Solarplexus)“ zu richten.
    Instruktion sind  z.B: “Das Sonnengeflecht ist strömend warm” oder alternativ “Der Bauch ist strömend warm.”
     
  • Stirn-Übung: Die Stirn- bzw. Kopfübung soll dabei helfen, den Kopf zu klären und die zu Konzentration verbessern.
    Mögliche Instruktionen sind: „Der Kopf ist klar. Die Stirn ist angenehm kühl.“
     

Autogenes Training: Oberstufe

Unter der Bezeichnung Oberstufe des autogenen Trainings werden verschiedene Übungen  zusammengefasst, die einen (psycho-)analytischen Hintergrund haben und die zu einer  Verbesserung der Selbsterkennnis führen sollen. Je nach Lehrmeinung und Schule gibt es dazu verschieden Übungen wie zum Beispiel:

  • Farben auftreten lassen / Eigenfarbe finden
  • Gegenstände auftreten lassen
  • Abstrakte Werte (z.B. Liebe, Hoffnung) “anschauen”
  • Charakterbildung und Selbsterkenntnis
  • Reise auf den Grund des Meeres
  • Reise auf deinen Brggipfel
  • Eigene Bilder mit bestimmten Zielsetzungen
     

Autogenes Training: Kritik

Zur Kritik an der Person Johannes Heinrich Schulz vergleiche auch den Artikel von Jürgen Brunner und Florian Steger (vgl. Brunner 2006).

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Entspannungsverfahren:
Literatur

Autogenes Training

Brunner J, Steger F (2006). Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) Begründer des Autogenen Trainings: Ein biographischer Rekonstruktionsversuch im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik. BIOS 19(1): 16-25.
Zum Artikel (Volltext) >>

Schultz JH (1932). Das autogene Training (konzentrative Selbtsentspannung). Leipzig: Thieme.
 

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Freitag, 26. September 2014
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